1. Sägemaschinen für die Holzbearbeitung: Typen & Einsatz
Sägemaschinen gehören zu den grundlegenden Maschinen in der Holzbearbeitung. Sie dienen dazu, Holz zu gewinnen und für die weitere Verarbeitung zuzuschneiden – vom Baumstamm bis zum fertig konfektionierten Werkstück. Um im industriellen Maßstab effizient arbeiten zu können, wurden im Laufe der Zeit zahlreiche spezialisierte Sägetypen entwickelt.
Definition: Was sind Sägemaschinen?
Sägemaschinen sind trennende Bearbeitungsmaschinen, die mit einem gezahnten Sägeblatt arbeiten. Dieses wird durch kreisförmige oder pendelnde Bewegungen durch das Werkstück geführt und kann flach oder rund geformt sein.
Kreissägen zeichnen sich durch hohe Schnittgeschwindigkeiten und einen mechanisch unkomplizierten Aufbau aus. Ihre Schnitttiefe ist jedoch bauartbedingt begrenzt – sie beträgt maximal 40 bis 45 Prozent des Sägeblatts-Durchmessers. Für besonders tiefe Schnitte sind daher entsprechend große Sägeblätter erforderlich, was die Handhabung aufwendiger macht.
Wenn große Schnitttiefen gefragt sind, kommen deshalb bevorzugt Bandsägen zum Einsatz. In der Holzernte hat sich außerdem die Kettensäge etabliert, die auch bei nachgelagerten Bearbeitungsschritten vielseitig eingesetzt wird.
2. Sägen in der Holzbearbeitung: Typen und Peripheriegeräte
Das Holz wird im Wald geschlagen, im Sägewerk zugeschnitten und in Tischlereien weiterverarbeitet. Je weiter das Rohholz in Richtung Endprodukt wandert, desto höher sind die Präzisionsanforderungen an die eingesetzten Maschinen. Deshalb hat jede Bearbeitungsstufe eigene Maschinentypen auf Basis von Kreis-, Band- und Kettensägen entwickelt.
Bandsägen
Das Sägewerk einer Bandsäge besteht aus einem schlaufenförmig verbundenen Metallband, das an einer Seite gezahnt ist. Die Metallschlaufe wird zwischen einer Antriebs- und einer Spannrolle eingespannt.
Bandsägen werden elektrisch angetrieben und sind in einer Vielzahl von Größen verfügbar. Im Sägewerk dienen sie dazu, Holzstämme der Länge nach in Dielen und Bretter aufzuteilen. Diese können anschließend über Kreissägen seitlich besäumt werden.
In Tischlereien und Zimmereien schneiden Bandsägen lange Balken auf die gewünschte Breite. Sie gelten als technisch unkompliziert und besonders zuverlässig.
Bekannte Hersteller von Bandsägen für die Holzbearbeitung sind FELDER, GEWEMA, HEMA und PEHAKA.
Dekupiersägen
Dekupiersägen sind eine Variante der Bandsäge. Statt eines flachen Metallbands verwenden sie einen dünnen Schneidedraht, mit dem sich Werkstücke radial – also in geschwungenen Konturen – ausschneiden lassen. Sie sind praktisch die industrielle Entsprechung der Laubsäge.
Bekannte Hersteller von Dekupiersägen sind BLITZ, FROMMIA, HEGNER und SCHEPPACH.
Doppelabkürzsägen
Doppelabkürzsägen ermöglichen es, Plattenwerkstoffe in einem einzigen Arbeitsdurchgang an zwei Seiten gleichzeitig zu bearbeiten. Das bringt vor allem in der Stapelverarbeitung erhebliche Vorteile bei Effizienz und Maßhaltigkeit.
Technisch bestehen sie aus einer Kreissäge mit zwei präzise aufeinander abgestimmten Sägewerken. Inzwischen wurden sie weitgehend durch Plattenaufteilanlagen und Formatkreissägen verdrängt. Auf dem Gebrauchtmaschinenmarkt sind sie noch zu verhältnismäßig günstigen Preisen erhältlich.
Bekannte Hersteller von Doppelabkürzsägen sind BÄUERLE, BARBERAN und OMGA.
Formatkreissägen
Formatkreissägen gehören zum Standardwerkzeug in Tischlereien. Sie ermöglichen einen präzisen, linearen Zuschnitt von Plattenwerkstoffen und bieten zahlreiche Einstellmöglichkeiten – neben Breite und Länge lassen sich auch Gehrungen und Winkel exakt reproduzieren.
Erfunden wurde die Formatkreissäge vom Unternehmen ALTENDORF, das bis heute zu den Marktführern in diesem Segment zählt. Inzwischen bieten zahlreiche weitere Hersteller vergleichbare Maschinen an.
Die bekanntesten Hersteller von Formatkreissägen sind ALTENDORF, CASOLIN, FELDER, MARTIN, PANHANS und SCM GROUP.
Gehrungssägen
Gehrungen sind Schrägschnitte in Holzprofilen und Leisten, die für präzise Verbindungen und saubere Abschlüsse sorgen. Besonders in der Parkett- und Laminatverlegung sind sie unverzichtbar. Als Kapp- und Gehrungssägen vereinen diese Maschinen beide Funktionen in einem Gerät und sind klein und leicht genug für den Einsatz auf der Baustelle.
Für stationäre Anwendungen in Tischlereien eignen sich schwere Doppel-Gehrungssägen, die mit einem einzigen Durchgang beidseitige Gehrungen in ein Profil einarbeiten.
Bekannte Hersteller von Gehrungssägen sind ELUMATEC, FOM, RAPID und STRIFFLER.
Kappsägen
Kappsägen kürzen Langmaterial – etwa Latten oder schmale Bretter – in einem gewünschten Winkel. Im Unterschied zu herkömmlichen Kreissägen lässt sich der Schnittwinkel sowohl über die Breite als auch über die Tiefe individuell einstellen.
Eine Kappsäge besteht aus einem Maschinentisch mit Dreh- und Einstellvorrichtung für die montierte Kreissäge, die über eine Rückstellmechanik oberhalb des Tisches angeordnet ist. Das Werkstück wird eingespannt, die Säge auf den gewünschten Winkel eingestellt und per Handhebel durch das Material geführt – das Ergebnis sind stets saubere, reproduzierbare Kappschnitte.
Bekannte Hersteller von Kappsägen sind ELU, MAKITA, METABO und OMS.
Plattensägen
Plattensägen sind auf das effiziente Aufteilen großer Plattenwerkstoffe ausgelegt. Sie kommen in Möbeltischlereien ebenso zum Einsatz wie in Baumärkten und arbeiten in der Regel mit einem oder mehreren Kreissägewerken.
Eine sinnvolle Ergänzung zur Plattensäge ist die Wendestation, mit der sich Plattenwerkstoffe umseitig bearbeiten und nach der Konfektionierung geordnet abstapeln lassen.
Bekannte Hersteller von Plattensägen sind HOLZMA, HOMAG, GIBEN, SCHELLING und STRIEBIG.
Vielblattsägen
Vielblattsägen ermöglichen das gleichzeitige Zuschneiden von Brettern, Tafeln und Spanplatten in mehrere Streifen definierter Breite – je nach Maschinentyp auch in unterschiedlichen Breiten innerhalb eines einzigen Durchgangs. Sie sind vorwiegend für dünne Materialien konzipiert und eignen sich nicht für Werkstücke mit großer Materialstärke.
Bekannte Hersteller von Vielblattsägen sind RAIMANN und ABMI.
Anlagen zum Beschicken und Abstapeln
Für eine effiziente Holzverarbeitung sind leistungsfähige Transportsysteme ebenso wichtig wie die Sägetechnik selbst. Rollbahnen, Förderbänder und Wendestationen sorgen dafür, dass Werkstücke in Sägewerken wie in der Plattenverarbeitung optimal für den nächsten Bearbeitungsschritt vorbereitet werden. Da Magnete und Greifer bei Holzwerkstoffen ausscheiden, kommen beim Handling empfindlicher Platten und Tafeln vorwiegend Vakuum-Heber zum Einsatz, die das Material beschädigungsfrei umschichten.
Bekannte Hersteller von Beschickungs- und Stapelmaschinen für Holzwerkstoffe sind FRILUMAC, RBO WINSTORE und SIRIO.
Komplette Sägewerke
Sägewerke verarbeiten angelieferte Holzstämme zu Brettern und Balken, sammeln anfallende Holzspäne und führen sie – je nach Qualität – einer weiteren Verwertung zu. Häufig sind sie zusätzlich mit Furnierschälmaschinen ausgestattet, die Stämme direkt zu Furnierblättern weiterverarbeiten. Die Basis bilden dabei Band- und Kreissägen; für mobile Anwendungen kommen unter anderem Handkreissägen zum Einsatz.
Bekannte Hersteller von Komplett-Sägewerken sind SERRA und BRENTA.
3. Holzsägemaschinen kaufen: Worauf es wirklich ankommt
Wer Holzsägemaschinen kaufen möchte, steht angesichts der großen Typenvielfalt zunächst vor der entscheidenden Frage: Für welchen Einsatzbereich ist die Maschine gedacht?
Zur Holzernte sind Kettensägen nach wie vor erste Wahl. Auf Baustellen dominieren Kreissägen, während für den Innenbau Kapp- und Gehrungssägen die geeigneten Werkzeuge sind. Für alle diese Maschinentypen gilt: Qualität geht vor Preis. Maschinen namhafter Hersteller sind in der Regel leistungsstärker und sicherer – im professionellen Umfeld sollte auf allzu preiswerte Geräte daher verzichtet werden.
In Tischlereien sind Formatkreissägen das bevorzugte Arbeitsgerät. Hier stehen weniger die Leistungsdaten im Vordergrund als vielmehr die Maschinenausstattung – ein Aspekt, der besonders beim Gebrauchtkauf sorgfältig geprüft werden sollte. Einfache Formatkreissägen bieten ein breites Bearbeitungsspektrum, sind durch ihre manuelle Auslegung jedoch nur bedingt für die Serienproduktion geeignet. Moderne Maschinen verfügen über umfangreiche Komfortfunktionen, die auch komplexe Aufgaben effizient umsetzbar machen. Viele gebrauchte Modelle sind bereits mit digitaler Unterstützung ausgestattet.
Für die Verarbeitung von Edel- und Harthölzern haben sich Bandsägen bewährt. Sie liefern gleichmäßige Schnittstärken bei minimalem Materialverlust. Beim Kauf sind vor allem Schnittgeschwindigkeit und – bei motorisiertem Vorschub – die Vorschubgeschwindigkeit aussagekräftige Kennwerte. Da nicht jeder Bandsägetyp für alle Holzarten gleichermaßen geeignet ist, lohnt es sich, die Einsatzmöglichkeiten vorab genau zu klären.
In Sägewerken steht das grobe Vorschneiden von Stämmen im Vordergrund. Die dort eingesetzten Kreis-, Band- und Kettensägen sind auf hohen Durchsatz unter allen Witterungsbedingungen ausgelegt – nicht auf höchste Schnittqualität oder Maßpräzision. Was diesen Maschinen an Feinheit fehlt, gleichen sie durch außerordentliche Zuverlässigkeit und Schnittkraft aus, die auch hartes oder feuchtes Holz problemlos bewältigen.
Gebrauchtmaschinen
Professionelle Holzbearbeitungsmaschinen sind grundsätzlich auf Robustheit und Langlebigkeit ausgelegt. Schäden an Maschinentisch oder Grundrahmen sind bei hochwertigen Anlagen die Ausnahme.
Technisch sind Sägen für die Holzbearbeitung überschaubar konstruiert: Das Schnittwerk lässt sich in der Regel unkompliziert zerlegen, reinigen und instand setzen – ein deutlicher Vorteil beim Kauf gebrauchter Maschinen.
Im Bereich Effizienz hat die Branche in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Das sorgt für ein breites Angebot gebrauchter Maschinen aus industrieller Verwertung, die in ihren ursprünglichen Betrieben durch leistungsstärkere Modelle ersetzt wurden. Diese Anlagen sind keineswegs abgeschrieben – in einem neuen Einsatzumfeld können sie noch viele Jahre zuverlässig und produktiv arbeiten.