1. Wälzfräsen: Von der Erfindung zur modernen Maschine
Die Idee des Wälzfräsens geht auf das Jahr 1856 zurück, als Christian Schiele das Verfahren erstmals konzipierte – die technischen Möglichkeiten zur maschinellen Umsetzung fehlten jedoch noch. Den ersten entscheidenden Schritt vollzog 1887 George Bernard Grant, ein vor allem für seine Rechenmaschinen bekannter Erfinder, der eine frühe Wälzfräsmaschine zum Patent anmeldete.
Den eigentlichen Durchbruch erzielte Hermann Pfauter aus Chemnitz, Gründer der PFAUTER-Werke, mit der Entwicklung einer universell einsetzbaren Wälzfräsmaschine. Abwälzfräsmaschinen ermöglichen seither die präzise Herstellung von Verzahnungen aller Art – für nahezu jeden Industriezweig. Dank der hohen Genauigkeit des Verfahrens entfällt in vielen Fällen eine aufwendige Nachbearbeitung.
2. Abwälzfräsmaschinen zur Zahnradherstellung
Abwälzfräsmaschinen sind auf die Fertigung von Verzahnungen spezialisiert und ermöglichen durch variable Maschineneinstellungen die präzise Herstellung unterschiedlicher Zahngeometrien – von der Zähnezahl über Schrägungswinkel bis hin zu individuellen Profilverschiebungen.
Der Wälzfräser dieser Metallbearbeitungsmaschinen besteht aus einer ein- oder mehrgängigen Schnecke, die gemeinsam mit dem Werkstück ein Schneckengetriebe bildet. Die Rotation des Fräsers erzeugt die Schnittbewegung, während der Fräser gleichzeitig am Werkstück entlangfährt und so die Zahnlücken ausformt. Durch gezielte Neigung der Fräsachse und eine synchronisierte Werkstückdrehung lassen sich sowohl gerade als auch schrägverzahnte Zahnräder fertigen.
Die Vielseitigkeit dieser Maschinen erlaubt die Herstellung beliebiger Zahnformen und Keilprofile mit hoher Genauigkeit. Da der Zerspanungsprozess den Fräser kontinuierlich beansprucht, wird das Werkzeug schrittweise verschoben, sodass stets frische Schneidkanten zum Einsatz kommen. Bei fortgeschrittenem Verschleiß lässt sich der Wälzfräser auf einer Wälzfräserschleifmaschine wieder aufschärfen und erneut verwenden.
3. Abwälzfräsmaschinen: Anwendungsgebiete im Überblick
Abwälzfräsmaschinen ermöglichen die präzise Herstellung eines breiten Spektrums an Verzahnungen – von äußeren Gerad- und Schrägverzahnungen bis hin zu Innen-Schrägverzahnungen bei entsprechender Maschinengröße. Weitere Einsatzgebiete umfassen die Fertigung von Kegelrädern, Kronrädern sowie Hypoid-, Palloid-, Gleason- und Klingelnberg-Verzahnungen, Schraubenschnecken und Schneckenrädern. Die gefertigten Komponenten finden Verwendung in der Automobilindustrie, der Agrartechnik sowie im Maschinen- und Anlagenbau.
Ein wesentlicher Vorteil des Wälzfräsens liegt in der flexiblen Werkzeugeinstellung: Beliebige Verzahnungsbreiten und Schrägungswinkel lassen sich ohne aufwendige Umrüstung realisieren. Die Zerspanung erfolgt durch eine Vielzahl von Schneiden ohne Rückhübe, was das Verfahren besonders effizient macht. Es liefert bereits in der Grundbearbeitung hohe Maßgenauigkeit. Bei besonders anspruchsvollen Anforderungen werden die Werkstücke im Anschluss gehärtet und durch Schleifen oder Honen feinbearbeitet.
4. Abwälzfräsmaschinen: Hersteller im Überblick
Abwälzfräsmaschinen werden von einer überschaubaren Zahl spezialisierter Hersteller gefertigt, die sich in diesem anspruchsvollen Segment der Verzahnungstechnik etabliert haben. Zu den bekanntesten zählen:
- LORENZ
- PFAUTER
- KLINGELNBERG
Gebrauchte Abwälzfräsmaschinen dieser und weiterer Hersteller sind auf dem Markt regelmäßig verfügbar – sowohl von renommierten Marken als auch von weiteren Anbietern hochwertiger Verzahnungsmaschinen. Wer eine gebrauchte Abwälzfräsmaschine sucht, findet auf spezialisierten Gebrauchtmaschinenportalen ein kontinuierlich aktualisiertes Angebot. Bei konkreten Fragen zur Auswahl der passenden Maschine steht fachkundiger Support in der Regel kurzfristig zur Verfügung.