Eine Drehmaschine ist eine Werkzeugmaschine zur spanenden Bearbeitung von Metallwerkstücken zu rotationssymmetrischen Bauteilen. Als Weiterentwicklung der klassischen Drehbank gehört sie neben der Fräsmaschine zur Grundausstattung jedes metallverarbeitenden Betriebs. Der entscheidende Fortschritt gegenüber der Drehbank: Die moderne Drehmaschine erzielt eine gleichmäßig hohe Werkstückqualität – unabhängig von den individuellen Fertigkeiten des Bedieners.
- Präzisionswerkzeug zur spanenden Metallbearbeitung mit rotatorischem Spanprozess
- Einsatz in der Einzel- und Serienfertigung rotationssymmetrischer Bauteile
- Verfügbar von kompakten Tischmaschinen bis hin zu mehrere Meter langen Großdrehmaschinen
Im Betrieb versetzt ein leistungsstarker Elektromotor das eingespannte Werkstück in eine gleichmäßige Rotation von mehreren tausend Umdrehungen pro Minute. Die benötigten Werkzeuge sind an einem Revolverkopf befestigt und werden über einen Werkzeugschlitten präzise an den Rotationskörper herangeführt. Exakt einstellbare Führungen steuern dabei den abtragenden Spanprozess und ermöglichen hohe Maßgenauigkeit. Das Maschinenspektrum reicht von kleinen Tischdrehmaschinen für den Werkstattbetrieb bis zu Großdrehmaschinen für die industrielle Schwerzerspanung.
Eine Drehmaschine besteht aus drei zentralen Baugruppen:
Das Gestell bildet die tragende Basis aller mechanischen Komponenten. Da Drehmaschinen hohe Kräfte aufnehmen und mit großer Präzision arbeiten müssen, ist das Gestell besonders massiv ausgelegt – entweder als Schweißkonstruktion oder als monolithisches Gussgestell. Diese robuste Bauweise sorgt für eine lange Lebensdauer und stabile Arbeitsergebnisse. Je nach Maschinengröße muss auch das Fundament entsprechend dimensioniert sein, um Druck- und Schwingkräfte sicher aufzunehmen.
Die zweite Baugruppe ist der Antrieb. Er besteht aus einem Elektromotor und einem Getriebe – von einfachen Stirnradgetrieben bis hin zu Hochleistungs-Drehmomentwandlern für besonders gleichmäßige Rotationsbewegungen. Zum Antriebsstrang gehören außerdem die Spindel und der Reitstock, in dem das Werkstück eingespannt wird. Beim Kauf einer gebrauchten Drehmaschine verdient dieser Bereich besondere Aufmerksamkeit: Ein präziser Rundlauf und ein spielfreier Reitstock sind entscheidend für maßgenaue Werkstücke.
Die dritte Baugruppe ist die Werkzeugführung. Im einfachsten Fall handelt es sich um eine Schiene, entlang derer die Werkzeuge mittels einer Drehspindel geführt werden. Gebrauchte Maschinen verfügen häufig über ein Prüfprotokoll, in dem Rundlauf und Spindelspiel in regelmäßigen Abständen dokumentiert sind. Zudem können wesentliche Komponenten bereits generalüberholt worden sein. Je nach Auslegung ergänzen Automationskomponenten das System – sie führen Werkzeuge programmgesteuert an das rotierende Werkstück heran und ermöglichen heute auch einen automatischen Werkzeug- und Werkstückwechsel.
Darüber hinaus benötigt eine Drehmaschine geeignetes Zubehör: Eine Einhausung schützt die Umgebung vor umherfliegenden Spänen, die Kühlschmierstoffversorgung gewährleistet einen gleichmäßigen Materialabtrag, und eine leistungsstarke Beleuchtung erlaubt die kontinuierliche Überwachung des Bearbeitungsprozesses. Bei gebrauchten Maschinen können einzelne Zubehörteile fehlen oder als optionale Komponenten nachgerüstet werden. Die meisten Hersteller bemühen sich, auch für ältere Maschinen ein grundlegendes Serviceangebot bereitzustellen.
Auf einer Drehmaschine lassen sich alle Werkstücke mit rotationssymmetrischem oder annähernd rotationssymmetrischem Querschnitt fertigen. Dazu zählen vor allem Wellen und lineare Achsen, aber auch Zahnstangen, Zahnräder sowie asymmetrische Kurbel- und Nockenwellen. Obwohl die konventionelle Drehmaschine nach wie vor weit verbreitet ist, kommen selbst in der Einzelteilfertigung zunehmend CNC-Drehmaschinen zum Einsatz – sie führen den Drehprozess vollautomatisch nach einem vordefinierten Programm aus.
Für das Arbeiten an einer Drehmaschine sind grundsätzlich nur qualifizierte Fachkräfte zugelassen – es sei denn, es handelt sich um einen vollautomatisch bestückten Drehautomaten. Der Beruf des Drehers ist ein mehrjähriger Ausbildungsberuf, der fundierte theoretische und praktische Kenntnisse voraussetzt: von Werkstoffkunde und Bearbeitungsverfahren bis hin zu sicherheitsrelevanten Grundlagen im Umgang mit der Maschine.
Moderne CNC-Drehmaschinen erfordern durch ihren hohen Automatisierungsgrad zwar deutlich weniger manuelle Eingriffe als eine konventionelle Drehbank, doch der Arbeitsplatz bleibt anspruchsvoll. Umherfliegende Späne, hohe Rotationsgeschwindigkeiten und starke Wärmeentwicklung stellen erhebliche Gefahrenquellen dar. Geeignete Schutzkleidung ist daher zwar Pflicht, ersetzt jedoch keine umfassende Sicherheitsunterweisung – diese ist beim Betrieb einer Drehmaschine gesetzlich vorgeschrieben.
Gebrauchte Drehmaschinen sind in einem breiten Spektrum verfügbar – von kleinen Drehbänken für Ausbildungszwecke über konventionelle, manuell betriebene Maschinen bis hin zu Drehautomaten sowie NC- und CNC-gesteuerten Hochleistungsmaschinen. Ob Sie Ihre Produktion mit einem leistungsstarken Drehautomaten erweitern oder eine kompakte Drehbank für den Werkstattbetrieb suchen: Das Angebot gebrauchter Drehmaschinen deckt nahezu jeden Bedarf ab.
Ein Großteil der verfügbaren Gebrauchtmaschinen stammt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch die zunehmende Internationalisierung des Marktes finden sich darüber hinaus auch hochwertige Maschinen aus dem übrigen Europa. Den jeweiligen Standort einer Maschine entnehmen Sie der entsprechenden Produktdetailseite.
Neben dem Kauf besteht auch die Möglichkeit, gebrauchte Drehmaschinen und Drehbänke professionell zu verkaufen – unabhängig davon, ob es sich um eine kleine Tischdrehbank oder eine große Industriedrehmaschine handelt. Erfahrene Projektmanager begleiten den gesamten Verkaufsprozess und helfen dabei, marktgerechte Preise zu erzielen.
Gebrauchte Drehmaschinen und Drehbänke sind trotz ihres Alters Präzisionswerkzeuge, die höchste Fertigungsqualität liefern können – vorausgesetzt, sie stammen von einem renommierten Hersteller. Wer eine gebrauchte Drehmaschine kauft, sollte daher auf bewährte Marken setzen, die für Langlebigkeit und Genauigkeit bekannt sind.
Zu den angesehensten Herstellern von Drehmaschinen und Drehbänken zählen unter anderem:
- EMCO
- GILDEMEISTER
- MORI SEIKI
- OKUMA
- TORNOS
- TRAUB
- WEILER