1. CNC Drehmaschine: Aufbau, Funktion und Programmierung
Eine CNC-Drehmaschine ist eine computergesteuerte Werkzeugmaschine zur präzisen Bearbeitung von Drehteilen. Wie die verwandte CNC-Drehbank und der CNC-Drehautomat ermöglicht sie sowohl Einzelanfertigungen als auch Serienproduktion – wobei sich die drei Maschinentypen vor allem in ihrer Produktivität unterscheiden.
Vorteile der CNC-Drehtechnik
- Vollautomatisierte Fertigung von Dreh- und Präzisionsteilen
- Computergestützte Überwachung und Steuerung aller Bewegungsabläufe
- Konstante Fertigungszeiten für eine zuverlässige Produktionsplanung
Der entscheidende Unterschied zur konventionellen Drehmaschine liegt in der CNC-Steuerung: Sämtliche Bewegungsabläufe werden von einem integrierten Computer ausgeführt und laufend überwacht. Gegenüber der älteren NC-Technik bietet die CNC-Technologie den wesentlichen Vorteil, dass Arbeitsprogramme dauerhaft gespeichert, jederzeit abgerufen und bei Bedarf angepasst werden können.
Alle für die Bearbeitung relevanten Parameter werden der Maschine in numerischer Form übergeben. Der Steuerrechner vergleicht diese Sollwerte kontinuierlich mit den tatsächlichen Maschinenwerten und korrigiert Abweichungen automatisch über integrierte Regeleinrichtungen.
Programmierung – Beispiel SINUMERIK
Vor jedem Bearbeitungsprozess muss ein CNC-Programm erstellt werden – entweder direkt an der Maschine oder an einem externen Rechner. Im letzteren Fall wird das Programm per Datenträger oder Netzwerkverbindung in die Steuerung eingelesen. Die Programmstruktur richtet sich nach den entsprechenden DIN-Normen.
Ausgangspunkt aller Koordinatenberechnungen ist der Maschinennullpunkt. Von diesem Referenzpunkt aus werden die Bewegungen in den verschiedenen Achsen definiert. Dank wechselbarer Werkzeughalter lassen sich unterschiedliche Bearbeitungsverfahren realisieren – etwa Plandrehen, Längsdrehen oder konisches Drehen.
2. CNC Drehmaschinen: Entwicklung und moderne Bearbeitungszentren
Die ersten CNC Drehmaschinen wurden Anfang der 1980er Jahre in Deutschland eingeführt – seitdem haben sich sowohl die Steuerungs- als auch die Maschinentechnik grundlegend weiterentwickelt. Die logische Folge dieser Entwicklung sind moderne Dreh- und Fräsbearbeitungszentren, die durch ihre Kombination mehrerer Bearbeitungsverfahren deutlich leistungsfähiger sind als ihre Vorgänger.
Besonders bei der Bearbeitung zylindrischer Bauteile überzeugt die CNC Drehmaschine mit hoher Präzision. Durch die Integration von Fräsfunktionen entstehen sogenannte CNC Drehfräszentren, die mehrere Fertigungsschritte in einer einzigen Aufspannung vereinen. In Verbindung mit weiteren Industriemaschinen lassen sich darüber hinaus vollständige Fertigungssysteme realisieren – inklusive Industrierobotern und automatisierten Transportvorrichtungen für einen besonders produktiven Einsatz. Die jeweiligen Steuerungskonzepte variieren dabei je nach Hersteller und Maschinentyp.
3. CNC Drehmaschinen: Einsatzgebiete und Anwendungen
CNC Drehmaschinen sind überall dort im Einsatz, wo hohe Produktivität und präzises Arbeiten gefragt sind. Im Maschinenbau ermöglicht das CNC-Drehen die Fertigung hoher Stückzahlen bei gleichbleibender Qualität – bei konstanten Fertigungszeiten, die eine zuverlässige Produktionsplanung erlauben. Auch komplexe Werkstücke lassen sich effizient bearbeiten, und der Betrieb mehrerer Maschinen gleichzeitig ist problemlos möglich.
Ein typisches Anwendungsbeispiel ist die Herstellung von Kupplungs- und Antriebsscheiben: Innen- und Außenbearbeitung können dabei in einer einzigen Aufspannung durchgeführt werden – das spart Zeit und erhöht die Maßgenauigkeit.
4. Gebrauchte CNC-Drehmaschine kaufen: Worauf es ankommt
Eine gebrauchte CNC-Drehmaschine lässt sich gezielt einsetzen, um den vorhandenen Maschinenpark zu ergänzen oder das Leistungsangebot einer Abteilung kosteneffizient zu erweitern. Für Ausbildungszwecke eignet sich besonders eine kleinere CNC-Drehmaschine: Beim Erlernen grundlegender Programmierschritte erfüllt auch ein älteres Modell alle wesentlichen Anforderungen – selbst wenn es die engen Toleranzen moderner Industrieanwendungen nicht vollständig erreicht.
Situation auf dem Gebrauchtmarkt
Die weite Verbreitung von CNC-Drehmaschinen hat zu einem umfangreichen Angebot auf dem Gebrauchtmarkt geführt. Günstig bedeutet das jedoch nicht zwangsläufig: Selbst für Maschinen der ersten Generation sind Preise von bis zu zehntausend Euro keine Seltenheit. Der Reiz ist verständlich – die automatisierte Fertigung beliebig geformter Drehteile begeistert Fachleute wie Einsteiger gleichermaßen. Allerdings gehören CNC-Drehmaschinen zu den komplexesten und wartungsintensivsten Werkzeugmaschinen überhaupt. Wer eine gebrauchte Maschine erwerben möchte, sollte daher über fundiertes technisches Wissen verfügen. Ein klarer Vorteil gebrauchter Modelle: Sie werden in der Regel mit genormten Bauteilen betrieben, was Wartung und Ersatzteilbeschaffung erleichtert.
So prüfen Sie eine gebrauchte CNC-Drehmaschine
Vor dem Kauf empfiehlt sich unbedingt ein Testlauf unter realen Bedingungen. Lassen Sie einen Probekörper fertigen und überprüfen Sie die Maße anschließend selbst mit einem digitalen Messschieber. Auf diese Weise lassen sich Verschleißstellen in Lagern und Führungen zuverlässig ermitteln. Auch das Kühlschmiersystem sollte einwandfrei funktionieren – ein defektes System kann auf tiefergehende Probleme hinweisen.
Kosmetische Mängel wie Kratzer am Gehäuse oder blinde Scheiben der Einhausung sind hingegen kein Ausschlusskriterium. Sie lassen sich in der Regel problemlos aufarbeiten oder austauschen – und bieten zugleich Verhandlungsspielraum beim Preis.
Wartung, Upgrades und laufender Betrieb
Nach der Anschaffung lässt sich eine CNC-Drehmaschine vergleichsweise kostengünstig mit Werkzeugen und Aufnahmen bestücken. Auch das Zubehörangebot im Bereich CNC-Drehtechnik ist breit und gut verfügbar.
Rund um gebrauchte CNC-Maschinen hat sich zudem eine etablierte Dienstleistungsbranche entwickelt. Spezialisierte Betriebe übernehmen die Aufarbeitung und Instandsetzung zu überschaubaren Kosten. Wichtig dabei: Die anspruchsvolle Technik erfordert ausgebildetes Fachpersonal – Wartungs- und Reparaturarbeiten sollten ausschließlich von qualifizierten Technikern durchgeführt werden.
5. CNC-Drehmaschinen: Führende Hersteller im Überblick
Im Bereich CNC-Drehmaschinen haben sich einige Hersteller besonders hervorgetan. Zu den renommiertesten zählen TRAUB, MIYANO, INDEX und VOEST-ALPINE sowie MANURHIN und EMCO. Auch gebrauchte CNC-Drehmaschinen von GILDEMEISTER genießen einen ausgezeichneten Ruf – ein weiterer Beleg für den hohen Qualitätsstandard des deutschen Maschinenbaus. Maschinen dieser und zahlreicher weiterer namhafter Hersteller sind regelmäßig als Gebrauchtmaschinen verfügbar.