1. Tischbohrwerke: Geschichte und technische Entwicklung
Die Entwicklung von Bohrwerken wurde durch die wachsende Aufgabenvielfalt und den kontinuierlichen Fortschritt im Maschinenbau angetrieben. Um 1875 entstanden in Deutschland die ersten Bohrwerke – ein Meilenstein, der die industrielle Fertigung nachhaltig prägte. Führende Werkzeugmaschinenhersteller trieben die Weiterentwicklung moderner Tischbohrwerke maßgeblich voran.
Aktuelle Hochleistungsmaschinen erreichen Bohrspindeldurchmesser von bis zu 250 mm, Verfahrwege in der X-Achse von 40 m und in der Y-Achse von 10 m. Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 250 t können dabei präzise bearbeitet werden. Die Steuerung erfolgt auf CNC-Basis mit Systemen renommierter Anbieter wie Siemens.
- Tischbohrwerke finden ihr vorrangiges Einsatzgebiet im allgemeinen Maschinenbau sowie im Gehäuse- und Werkzeugbau.
- Dank flexibler Werkzeugaufnahmen lassen sich mehrere Werkzeuge in einem Arbeitsgang einsetzen – ein entscheidender Vorteil für komplexe Bearbeitungsaufgaben.
2. Tischbohrwerke: Aufbau und Funktionsweise im Überblick
Tischbohrwerke gehören im allgemeinen Maschinenbau zu den meistgenutzten Werkzeugmaschinen – sie ermöglichen präzise Bohr- und Fräsarbeiten an horizontal aufgespannten Werkstücken.
Charakteristisch ist der meist verfahrbare Ständer, der den Hauptspindelstock mit den Werkzeugaufnahmen trägt. Über den Hauptspindelstock werden sowohl Antrieb als auch Vorschub gesteuert. Die genormte Werkzeugaufnahme – in der Regel mit Morsekegelaufnahme – erlaubt den Einsatz verschiedener spanender Werkzeuge wie Bohrer, Bohrstangen, Schaftfräser und Ausdrehwerkzeuge.
Mit der Einführung der CNC-Technik haben sich zusätzlich automatische Werkzeugwechsler etabliert, die den Bearbeitungsprozess deutlich effizienter gestalten. Der Spanntisch bietet flexible Möglichkeiten zur Werkstückfixierung – etwa über Spannschrauben oder spezielle Vorrichtungen – und lässt sich je nach Ausführung in mehreren Achsen verfahren.
Die offene Bauform macht Tischbohrwerke besonders vielseitig: Selbst sehr große Werkstücke lassen sich problemlos bearbeiten. Manche Maschinen erreichen eine Höhe von bis zu 10 Metern und verfügen über entsprechend großzügige Aufspannflächen. Maschinengestell und Ständer sind dabei durchgängig robust konstruiert, um höchste Stabilität bei der Bearbeitung zu gewährleisten.
3. Tischbohrwerke: Anwendungsgebiete im Maschinenbau
Der allgemeine Maschinenbau ist das zentrale Anwendungsgebiet für Tischbohrwerke. Dazu zählen unter anderem der Gehäusebau für Getriebe sowie der Werkzeug- und Formenbau. Da in nahezu jeder industriellen Produktion präzise Bohr- und Bearbeitungsaufgaben anfallen, kommen diese Maschinen branchenübergreifend zum Einsatz.
Besonders im Werkzeugbau ist die hohe Positioniergenauigkeit entscheidend – etwa bei der Fertigung von Schnitt- und Stanzwerkzeugen. Auch der Formenbau profitiert von dieser Präzision, beispielsweise bei der exakten Bearbeitung von Führungssäulenbohrungen und Auswerferbohrungen.
4. Hersteller von Tischbohrwerken im Überblick
Im Bereich der Tischbohrwerke haben sich einige Hersteller als besonders renommierte Anbieter etabliert, darunter DAEWOO, UNION, SACEM, SCHARMANN, WOTAN und WMW.
Diese namhaften Marken stehen für Qualität und Präzision im Maschinenbau. Das Angebot an gebrauchten Tischbohrwerken wird fortlaufend aktualisiert – unter anderem durch Betriebsauflösungen und Räumungsverkäufe aus der Industrie.